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Formen der Angst

Lerne deine Angst kennen und regulieren.

Jeder kennt Angst. Angst vor Prüfungen, Hindernissen, Herausforderungen, ... Die Angst ist eine wichtige Grundemotion, die eine Schutzfunktion hat. Sie kann aber auch krankhaft in Erscheinung treten, anfänglich schleichend in Form von Angstzuständen welche oft keinen speziellen Auslöser haben. Dabei können sie heftig auftreten oder sich langsam und stetig aufbauen.

 

Finde heraus an welcher Art von Angst du leidest, es gibt verschiedene Angsterkrankungen mit ganz unterschiedlichen Symptomen. Oft sind es auch 2 oder 3 Angstformen in Kombination.

 

Panikattacken

gehen mit extremen körperlichen Symptomen einher, die stark an die Symptome eines Herzinfarkts erinnern. Sie treten ohne jegliche Vorzeichen auf und machen es dem Betroffenen auf diese Weise schwer, sich in der Öffentlichkeit wohl zu fühlen. Jeder der schon in der Situation war eine Panikkattacke erlebt zu haben, weiß wie lähmend dieses Gefühl sein kann.

 

Generalisierte Angst

Diese Form von Angst kommt schleichend und wächst stetig an. Obwohl sie niemals so überwältigend wie eine Panikattacke auftritt, schränkt auch sie die Betroffenen in ihrer Lebensqualität stark ein, denn die Angst ist ein ständiger Begleiter und wird meist mit Vermeidungsverhalten kompensiert.

 

Innere Anspannung

Die Betroffenen sind rund um die Uhr stark angespannt. Ihnen fällt es schwer, sich zu entspannen, denn sie kommen niemals zur Ruhe. Sie sind dauerhaft nervös, was zu psychosomatischen Beschwerden und Druck in der Magengegend führen kann.

 

Rasende Gedanken

Es fällt den Betroffenen zunehmend schwer, klare Gedanken zu fassen, denn ihre Gedanken rasen und kommen nicht zum Punkt. Ständig springen sie von einem Gedanken zum nächsten, ohne dass ein Sinn darin zu erkennen ist. Die Gedanken finden keine klare Richtung mehr.

 

Erhöhter Blutdruck

Eine Panikattacke äußert sich meist mit starkem Herzklopfen. Dazu kommt starker Druck in der Brust und zittern. Der Blutdruck ist erhöht, wodurch der Betroffene nervös und unruhig wird. Er hat Probleme sich zu beruhigen.

 

Schwindel

Der Betroffene fängt an, schnell und unkontrolliert zu atmen. Er hat Probleme Luft zu bekommen.

 

Angst vor der Angst

Eine Panikattacke ist eine Erfahrung, die sich tief einprägt. Die Betroffenen wollen unter allen Umständen vermeiden, weitere Panikattacken zu durchleben und versuchen daher gezielt Stresssituationen zu vermeiden. Diese Angst vor einer weiteren Panikattacke lässt die Betroffenen oftmals nicht mehr los und schränkt ihre Lebensqualität stark ein. Das kann zu Isolation und weiteren psychischen Problemen führen.

 

Isolation

In diesem Fall fängt der Betroffene an, sich von seinem Umfeld zu isolieren. Er ist mit seinem Alltag überfordert und möchte allen möglichen Situationen, die weitere Ängste auslösen könnten, aus dem Weg gehen. Soziale Isolation birgt weitere Risiken und kann zu ernsthaften psychischen Problemen führen.

 

Schlaflosigkeit

Die Betroffenen sind in vielen Fällen sehr unruhig und leiden aufgrund dessen vermehrt unter Schlafstörungen. Dazu kommen Albträume oder Flashbacks.

 

Unsicherheit

Viele Betroffene reagieren mit Unsicherheit, sind schreckhaft und reizbar. Sie haben Probleme sich an andere Menschen zu binden, Beziehungen einzugehen und Vertrauen aufzubauen.

 

Phobien

Diese Angstzustände sind situationsabhängig und treten daher nur in einem abgesteckten Rahmen auf. Viele Betroffene vermeiden daher spezielle Situationen, die eine Panikattacke auslösen könnten wie beispielsweise Aufzüge bei Platzangst oder Spinnen oder außergewöhnlichen Phobien wie Hippopotomonstrosesquippedaliophobie (Angst vor langen Wörtern)Anders als bei herkömmlichen Panikattacken kennen die Betroffenen hier den Auslöser einer Panikattacke.

 

Lerne deine Angst kennen und verstehen, dann wirst du Sie regulieren können.

 

Buchtipp: Fritz Riemann, Grundformen der Angst, 1961 (ein Klassiker)