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SUCHT IST KEINE CHARAKTERSCHWÄCHE

SUCHT IST EINE KRANKHEIT UND KEINE CHARAKTERSCHWÄCHE

Sucht ist eine Krankheit, die in jeder Familie auftreten kann, jeden kann es treffen, unabhängig vom Alter, Geschlecht, Ausbildung und Beruf!

Sucht bezeichnet die psychische oder körperliche Abhängigkeit von einer Substanz oder einem Verhalten. 

Wie entsteht Sucht?

Drogengefährdung und Abhängigkeit entwickelt sich nicht von heute auf morgen, sondern haben genaue Ursachen. Zum Beispiel: Schwierigkeiten in Familie, Schule und Beruf. Die Trennung von einem geliebten Menschen. Wenig emotionale Zuwendung. Übersteigerte Leistungserwartungen oder schlechte Zukunftsperspektiven. 

Und doch gaukeln Drogen einen Ausweg nur vor, sie erzeugen angenehme Empfindungen und blenden schlechte Gefühle vorübergehend aus oder lassen sie erträglich erscheinen. So steigern Drogen das Verlangen, diese Empfindungen wieder und wieder erleben zu wollen. Damit kann eine Entwicklung in Gang gesetzt werden, an deren Ende man nicht mehr ohne die anregende oder dämpfende Wirkung der Droge auskommt und sie zwanghaft konsumiert.

Steht das Suchtmittel bei einer Abhängigkeit nicht zur Verfügung oder wird das Suchtverhalten nicht ausgeführt, stellt sich ein starkes Verlangen ein (Suchtdruck, Craving). Der Süchtige kann nur schwer oder gar nicht mehr kontrollieren, ob, wann und welchen Mengen er das Suchtmittel konsumiert – beziehungsweise wann er in das Suchtverhalten verfällt. Die Folge sind oft erhebliche gesundheitliche, finanzielle, berufliche und soziale Probleme.

Im Verlauf der Suchtentwicklung verändern sich dauerhaft bestimmte Hirnstrukturen. Im Belohnungszentrum bildet sich ein sogenanntes Suchtgedächtnis aus. Es bewirkt, dass jemand auch nach langer Abstinenz schnell rückfällig werden kann. Zudem gewöhnen sich Körper und Psyche an den Kick – der Süchtige braucht eine immer höhere Dosis, um denselben Belohnungseffekt zu erzielen.

Welche Arten von Süchten gibt es?

Neben den sogenannten stoffgebundenen Süchten nach Alkohol, Nikotin, Medikamenten oder illegalen Drogen gibt es auch einige Verhaltenssüchte. 

Folgende Suchtarten sind offiziell anerkannt: Alkoholsucht, Drogensucht, Nikotinsucht, Ess-Brech-Sucht, Magersucht, Fettsucht, Internetsucht, Computerspielsucht, Spielsucht, Spielsucht, Sportsucht, Sexsucht, Kaufsucht, Fernsehsucht, Arbeitssucht

Entwöhnung

Nach der Entgiftung (für stoffgebundene Süchte) kommt die eigentliche Arbeit. Es gilt, die seelische Abhängigkeit in den Griff zu bekommen und Perspektiven für ein Leben ohne die Sucht zu entwickeln. In leichteren Fällen kann das in einer Psychotherapie geschehen, in schwereren Fällen ist ein stationärer Aufenthalt nötig.

In therapeutischen Einzelsitzungen wird ergründet:

·     welche Funktion der Konsum oder das Suchtverhalten hat

·     wie diese Bedürfnisse auf andere Weise befriedigt werden können

·     was die tieferen Suchtursachen sind

·     wie Rückfälle vermeiden werden können oder wie damit umzugehen

·     Außerdem erlernt wir neue Strategien (zum Umgang mit Stress, etc)

 

Stabilisierungsphase

Therapeutische Begleitung oder eine Selbsthilfegruppe können langfristige Abstinenz passend begleiten.